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Schwerter · Fünf
Fünf der Schwerter
Er steht mit drei Schwertern in den Händen. Zwei gehen fort, ihre Schwerter auf dem Boden zurücklassend. Der Himmel ist stürmisch. Der Sieger schaut ihnen nach mit einem Ausdruck, den man schwerlich Triumph nennen kann.
Die Niederlage, die wie ein Sieg aussieht
Das ist das Thema der Fünf der Schwerter: der Sieg, der sich nicht wie Sieg anfühlt.
Er hat gewonnen. Er hat die meisten Schwerter. Die anderen haben die Waffen niedergelegt und gehen. In jedem Sinne des Wortes: er hat gewonnen.
Aber sein Gesichtsausdruck sagt etwas anderes. Er schaut ihnen nach — nicht triumphierend, nicht zufrieden. Irgendetwas in diesem Gewinn sitzt falsch.
Was man verlieren kann indem man gewinnt
Die Fünf der Schwerter beschreibt eine spezifische Erfahrung: den Pyrrhussieg. Der Sieg, der so erkämpft wurde, dass der Preis höher ist als das Gewonnene. Die Beziehung, die man durch Rechthaben zerstört. Die Auseinandersetzung, die man gewinnt und danach allein steht.
Das Element Schwerter, extrem angewendet: die Intelligenz, die so scharf eingesetzt wird, dass sie alles schneidet was in der Nähe ist.
Die Frage, die die Karte stellt
War es das wert?
Das ist keine rhetorische Frage. Manchmal ist die Antwort Ja. Manchmal gibt es Dinge, die verteidigt werden müssen, Grenzen, die gehalten werden müssen, Kämpfe, die nicht vermieden werden können. Nicht jede Fünf der Schwerter beschreibt eine schlechte Entscheidung.
Aber der Ausdruck im Gesicht des Siegers ist die Einladung, die Frage ehrlich zu beantworten. Was wurde hier eigentlich erkämpft? Was wurde dabei verloren?
Die Schwerter auf dem Boden
Die zwei Schwerter, die die anderen zurückgelassen haben: das ist das, was verloren gegangen ist. Nicht materiell — die Verbindung, das Vertrauen, die Möglichkeit einer anderen Art von Lösung.
In der Liebe
Die Fünf der Schwerter in der Liebe: Rechthaben als Waffe. Die Auseinandersetzung, die gewonnen und die Verbindung dabei beschädigt wird. Die Frage: ist dieser Sieg der Preis wert?
Im Beruf
Das Durchsetzen auf eine Art, die Kollegen verliert. Der Sieg in einer Machtkonstellation, der das Arbeitsklima dauerhaft verändert. Die Frage ist dieselbe.
Er steht.
Die Schwerter in der Hand.
Die anderen gehen.
Der Himmel ist stürmisch.
Und er fragt sich —
vielleicht zum ersten Mal —
ob das der Sieg war, den er wollte.